Impact

Die Neue Schweiz ist längst da. Die Frage ist, ob ihre Demokratie nachkommt.

Freitag, 15. Mai 2026

Von Tatiana Pinto Cardoso

 

Die Debatte rund um die sogenannte «10-Millionen-Schweiz» wirft grundlegende Fragen zu Demokratie, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Zusammenleben in der Neuen Schweiz auf.

INES bringt sich aus postmigrantischer Perspektive in diesen Diskurs ein. Bis zur Abstimmung veröffentlichen wir eine Blogreihe mit Analysen, historischen Einordnungen und Beiträgen zur aktuellen Debatte.

Es gibt politische Debatten, die kommen als neue Fragen daher, obwohl sie in Wahrheit sehr alte Fragen sind. Die sogenannte «10-Millionen-Schweiz»-Initiative der SVP ist so eine Debatte. Sie tut so, als ginge es um eine Zahl. Um Dichte. Um Infrastruktur. Um Nachhaltigkeit. Um das gute alte «Wie viel verträgt die Schweiz?»

Aber wer genauer hinhört, merkt schnell: Es geht nicht nur um zehn Millionen. Es geht um die alte Frage, wer in diesem Land als Teil des «Wir» gilt und wer als Problem gezählt wird.

INES – Institut Neue Schweiz wurde nicht gegründet, weil ein paar Menschen Lust hatten, noch einen Verein ins Schweizer Vereinsregister einzutragen. Wir sind entstanden aus einem politischen Schock, aber auch aus einer demokratischen Notwendigkeit. Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 war für viele Menschen in diesem Land ein Einschnitt. Nicht nur, weil die Schweiz damals über Migration abstimmte. Das tut sie ja oft. Sondern weil ein Volksentscheid gefällt wurde, an dem nur ein Teil der Menschen mitentscheiden konnte, die hier leben – während viele der direkt Betroffenen politisch ausgeschlossen blieben.

Für INES wurde dieser Moment zu einem migrationspolitischen Wendepunkt und zum Ausgangspunkt für die Suche nach einer anderen Zukunft: nach einer Neuen Schweiz.

Diese Neue Schweiz ist keine Fantasie. Sie ist keine linke Utopie, kein Kulturprojekt für eine urbane Bubble, kein akademischer Luxus. Sie ist die soziale Realität dieses Landes. Sie sitzt in Schulzimmern, fährt Tram, arbeitet in Spitälern, baut Wohnungen, pflegt Angehörige, macht Musik, zahlt Steuern, gründet Firmen, schreibt Gedichte, putzt Büros, unterrichtet Kinder und gewinnt Medaillen, verliert Nerven in Ämtern und wartet viel zu oft auf einen Pass, der ihr politisch endlich zusichert, was gesellschaftlich längst wahr ist: Zugehörigkeit.

Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Dieser Satz steht im Handbuch Neue Schweiz und er ist vielleicht der nüchternste Satz, der zur aktuellen Abstimmung gesagt werden kann. Die Schweiz ist durch Migration und Globalisierung grundlegend verändert worden. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als Normalität. INES hält fest: Migration hat das Gesicht der Schweiz im Alltag unwiderruflich verändert; auf Strassen, in Wohnzimmern, Schulen, Vereinen, Spitälern und Betrieben. Gleichzeitig passt das dominante Bild davon, wie «Schweizer:innen» aussehen, sprechen und leben, immer weniger zur sozialen Realität.

Und genau hier beginnt unsere Aufgabe. INES ist ein Think and Act Tank. Wir sind politisch unabhängig, aber nicht neutral gegenüber der Realität. Wir sind keine Partei, aber wir haben eine Haltung. Wir führen keine klassische Abstimmungskampagne, aber wir stellen Wissen zur Verfügung. Wir glauben nicht, dass Demokratie besser wird, wenn schwierige Fragen moralisch abwürgt werden. Aber wir glauben auch nicht, dass jedes Ressentiment zur «Sorge der Bevölkerung» geadelt werden muss.

Denn ja: Natürlich gibt es reale Fragen. Wohnraum ist knapp. Löhne geraten unter Druck. Infrastrukturen sind belastet. Schulen und Spitäler sind unterfinanziert. Viele Menschen erleben ihren Alltag als enger, teurer, unsicherer. Wer das ignoriert, macht es sich zu einfach. Aber wer diese Probleme auf Migration reduziert, macht es sich nicht nur zu einfach, Mensch macht es falsch.

Die 10-Millionen-Initiative behauptet, eine Antwort auf Überforderung zu geben. Tatsächlich verengt sie den Blick. Sie zählt Menschen, statt Verhältnisse zu analysieren. Sie spricht von Nachhaltigkeit, aber meint Begrenzung. Sie spricht von Lebensqualität, aber adressiert nicht ernsthaft die politischen Entscheidungen, die Wohnungsnot, Lohndruck, Privatisierung, Standortwettbewerb und Infrastrukturstress überhaupt mitproduzieren. Und sie tut so, als wäre die Schweiz ein volles Glas, in das von aussen immer noch jemand hineinschüttet. Als hätte dieses Land keine Wirtschaft, die seit Jahrzehnten auf Migration angewiesen ist. Als gäbe es keine Arbeitgeber:innen, keine Steuerpolitik, keine Raumplanung, keine Investitionsentscheide, keine globale Ungleichheit, keine Verantwortung.

Der Bundesrat beschreibt die Initiative nüchtern: Sie will die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 unter zehn Millionen halten; ab 9,5 Millionen müssten Massnahmen ergriffen werden, unter anderem im Asylbereich und beim Familiennachzug. Würde die Zehn-Millionen-Grenze überschritten, müsste die Schweiz internationale Abkommen kündigen, nach zwei Jahren auch das Freizügigkeitsabkommen mit der EU, womit auch die Bilateralen I betroffen wären. Das ist keine kleine Korrektur. Das ist ein Umbau der Schweizer Migrations-, Europa- und Gesellschaftspolitik unter dem Titel der Nachhaltigkeit.

Aber der tiefere Punkt ist ein anderer: Diese Initiative steht in einer langen Tradition. Und wer INES verstehen will, muss diese Geschichte kennen.

Am 7. Juni 1970 stimmte die Schweiz über die Schwarzenbach-Initiative ab. Sie wollte den Auslände:innenanteil massiv senken. Die Initiative wurde knapp abgelehnt mit 54 Prozent der damaligen männlichen Stimmen, denn Frauen hatten auf nationaler Ebene noch kein Stimmrecht. Für Hunderttausende Menschen war diese Abstimmung kein abstraktes Politereignis, sondern eine existenzielle Drohung: Werden wir bleiben dürfen? Oder entscheidet eine Mehrheit über unser Leben, ohne uns?
Schwarzenbach war nicht einfach ein historischer Unfall. Er war auch nicht nur eine schrille Figur aus der Vergangenheit, über die wir heute erleichtert den Kopf schütteln können. Die Initiative machte sichtbar, was im Gastarbeiterregime längst angelegt war: Menschen wurden gebraucht, aber nicht als Teil der Gesellschaft anerkannt. Ihre Arbeit war willkommen, ihre Familien weniger. Ihr Beitrag war real, ihre Zugehörigkeit prekär.

Auf Schwarzenbach folgte die Mitenand-Bewegung. Als Reaktion auf die aufgeheizten Debatten um «Eingliederung» und «Überfremdung» entstand die Arbeitsgruppe Mitenand für eine menschliche Ausländerpolitik. Die Mitenand-Initiative wurde zur ersten breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung, die auf eine Demokratisierung der faktischen Einwanderungsgesellschaft Schweiz zielte. Sie verband kirchliche, bürgerliche, liberale und linke Stimmen und, entscheidend, Menschen mit und ohne Schweizer Pass.

Die Mitenand-Initiative scheiterte an der Urne. Aber Bewegungen scheitern nicht nur dort, wo sie verlieren. Manchmal gewinnen sie gerade dadurch, dass sie eine Sprache hinterlassen, Netzwerke schaffen, Begriffe verschieben, Institutionen herausfordern, Erinnerungen bewahren. INES versteht sich ausdrücklich auf den Schultern solcher Kämpfe.Die Mitenand-Bewegung wurde zum Nährboden für spätere Initiativen und Bewegungen: für migrantische Vereine, feministische Beratungsstellen, Sans-Papiers-Solidarität, Asylbewegung, Second@s-Bewegung, antirassistische und postkoloniale Kollektive. Und nun? Nun erleben wir eine historische Schleife aber mit veränderter Reihenfolge. Damals: zuerst Schwarzenbach, dann Mitenand.

Heute: zuerst die Demokratie-Initiative, dann die 10-Millionen-Schweiz. Das ist mehr als ein hübscher Vergleich für einen Blogbeitrag. Es sagt etwas über den Zustand dieses Landes aus. Die Demokratie-Initiative stellt eine einfache, aber radikale Frage: Wer hier lebt, soll auch dazugehören können. Nicht irgendwann vielleicht, nach einem bürokratischen Marathon mit Stolperfallen, Gebühren, Ermessensentscheiden und Integrationsprüfungen, die oft mehr über das Misstrauen des Staates aussagen als über die Menschen, die eingebürgert werden wollen. Sondern nach klaren, fairen, überprüfbaren Kriterien. Die Initiative fordert unter anderem: Wer seit fünf Jahren rechtmässig in der Schweiz lebt, nicht schwerwiegend straffällig geworden ist, die Sicherheit des Landes nicht gefährdet und Grundkenntnisse einer Landessprache hat, soll Anspruch auf Einbürgerung erhalten.
Das ist kein Angriff auf die Demokratie. Es ist ein Versuch, sie ernst zu nehmen. Denn die Schweizer Demokratie hat ein Problem, über das sie nicht gerne spricht: Sie liebt sich selbst als Marke, aber sie schliesst sehr viele Menschen aus. Rund zwei Millionen Menschen in der Schweiz haben keinen Schweizer Pass. Sie leben hier, arbeiten hier, zahlen hier Steuern, ziehen hier Kinder gross, sind hier zuhause und bleiben politisch ausgeschlossen. Die Demokratie-Initiative benennt genau dieses Demokratiedefizit.

INES hat dazu ein Argumentarium für ein Neues Bürgerrecht erarbeitet nicht als Parteiparole, sondern als Beitrag zu einer überfälligen Debatte. Darin geht es gerade nicht um die eine richtige Antwort, sondern um ein offenes und nuanciertes Gespräch, um sachlich fundierte, allgemeinverständliche Perspektiven aus Wissenschaft und Gesellschaft. Genau das ist unsere Rolle: Wir übersetzen Wissen in Öffentlichkeit. Wir schaffen Räume, in denen Geschichte, Recht, Demokratie, Migration und Zugehörigkeit nicht als getrennte Schubladen behandelt werden, sondern als das, was sie sind: miteinander verwobene Fragen einer postmigrantischen Schweiz.

Und dann kommt die 10-Millionen-Initiative. Kaum wird darüber gesprochen, Demokratie auszuweiten, kommt der Vorschlag, Bevölkerung zu begrenzen. Kaum reden wir über Zugehörigkeit, wird wieder gezählt. Kaum fragen wir: «Wer ist das Volk?», kommt die Antwort: «Jedenfalls nicht zu viele.»
Das ist die alte Dramaturgie in neuem Gewand. Früher hiess sie «Überfremdung». Heute heisst sie «Nachhaltigkeit». Früher war die Angst, die Schweiz werde nicht mehr schweizerisch genug. Heute ist die Angst, sie werde zu voll. Aber in beiden Fällen wird Migration als Störung erzählt nicht als Teil der Schweizer Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Dabei wäre gerade jetzt eine erwachsenere Debatte möglich. Eine Debatte, die nicht so tut, als seien alle Fragen rund um Wachstum, Ressourcen, Infrastruktur und Zusammenleben erledigt. Aber auch eine Debatte, die nicht bei der bequemsten Antwort stehen bleibt: weniger Menschen. Denn «weniger Menschen» klingt nur solange einfach, bis gefragt wird: Welche Menschen? Nach welchen Kriterien? Mit welchen Rechten? Mit welchen Folgen? Und wer darf eigentlich entscheiden, welches Leben für die Schweiz tragbar ist?

Die Schweiz braucht keine Zahl als Identität. Sie braucht eine demokratische Vorstellung davon, wie sie mit ihrer realen Vielfalt umgehen will. Migration ist weder gut noch schlecht. Sie ist eine Tatsache verbunden mit Chancen, Konflikten, Ungleichheiten, Hoffnungen, Zumutungen und Verantwortlichkeiten. Für INES ist genau das die entscheidende Ausgangslage: Migration und Pluralisierung sind Tatsachen in einer Welt von Kriegen, Wohlstandsunterschieden, Klimakatastrophen, globalisierter Kommunikation und erhöhter Mobilität. Die Aufgabe besteht darin, diese postmigrantische Realität im Sinne der Verfassung zu gestalten: demokratisch, freiheitlich, solidarisch, menschenrechtsbasiert und sozial gerecht.

Das ist kein Parteiprogramm. Das ist demokratische Hygiene.
Wir müssen lernen, genauer zu sprechen. Wenn Mieten steigen, sprechen wir über Bodenpolitik, Spekulation, Raumplanung, Bauinvestitionen und soziale Ungleichheit. Wenn Schulen unter Druck sind, sprechen wir über Ressourcen, Klassengrössen, Lehrpersonenmangel, Segregation und Bildungsgerechtigkeit. Wenn Spitäler am Limit sind, sprechen wir über Gesundheitspolitik, Arbeitsbedingungen, Pflegeberufe und darüber, dass genau diese Institutionen ohne migrantische Arbeit vielerorts gar nicht funktionieren würden. Wenn Menschen sich fremd fühlen im eigenen Land, sprechen wir nicht nur über Zuwanderung, sondern auch über Entfremdung durch ökonomischen Druck, Abstiegsängste, soziale Vereinzelung und politische Erzählungen, die aus Nachbar:innen Konkurrent:innen machen.
Kurz: Wir nehmen Sorgen ernst, indem wir sie ernsthaft analysieren. Nicht, indem wir sie in ein migrationspolitisches Schlagwort kippen. INES ist aus der Überzeugung entstanden, dass die Schweiz mehr kann als Abwehr. Mehr als Zählen. Mehr als die ewig gleiche Frage: Wie viele sind zu viele? Wir fragen anders: Wie demokratisch ist eine Gesellschaft, die so viele ihrer Mitglieder politisch draussen lässt? Wie gerecht ist ein Bürgerrecht, das Zugehörigkeit verspricht, aber vielen den Zugang über Jahre oder Jahrzehnte erschwert? Wie ehrlich ist eine Migrationsdebatte, die die Wirtschaft braucht, die Arbeitskraft nimmt, aber die Mitbestimmung scheut? Wie nachhaltig ist ein Land, das globale Verflechtungen ausblendet, sobald sie unbequem werden?

Die Neue Schweiz ist kein fertiges Modell. Sie ist ein Gesprächsangebot. Ein Raum, in dem Widersprüche Platz haben. Ein Versuch, nicht in die Falle falscher Gegensätze zu tappen: hier die «Schweizer:innen», dort die «Ausländer:innen»; hier die Demokratie, dort die Migration; hier die Sachpolitik, dort die Identität; hier das Volk, dort die Anderen.

Vielleicht ist genau das die Zumutung von INES: Wir glauben, dass die Schweiz ihrer eigenen demokratischen Erzählung gewachsen sein könnte. Nicht, weil sie perfekt ist. Sondern weil Demokratie nie fertig ist. Sie muss immer wieder erweitert, korrigiert, neu erzählt und neu praktiziert werden. Das Frauenstimmrecht galt einmal angeblich zu radikal. Bürgerrechte für alle Jüd:inne waren einmal umstritten. Die Anerkennung von Arbeiter:innen, von Frauen, von Menschen ohne Besitz, von Menschen mit anderen Lebensweisen, all das musste erkämpft werden. Demokratie war nie ein Geschenk der Besitzenden an die Geduldigen. Demokratie war immer auch eine Zumutung von jenen, die sagten: Wir sind längst da. Genau darum ist die kommende Abstimmung mehr als eine Abstimmung über eine Zahl. Sie ist ein Spiegel. Sie zeigt, ob die Schweiz Migration weiterhin als Ausnahme behandeln will oder endlich als Teil ihrer selbst. Sie zeigt, ob wir politische Probleme mit Grenzfantasien beantworten oder mit sozialer, demokratischer und institutioneller Gestaltung. Sie zeigt, ob wir aus der Geschichte von Schwarzenbach und Mitenand etwas gelernt haben.

Damals wurde gesagt: Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen. Heute müssten wir ergänzen: Wir riefen Demokratie, und es kamen Fragen. Wer gehört dazu? Wer entscheidet? Wer wird gezählt, wer zählt mit? Wer darf die Schweiz sein? INES wird diese Fragen in den kommenden Wochen nicht als Abstimmungsmaschine bearbeiten. Wir werden nicht so tun, als wäre unsere Aufgabe, möglichst laute Parolen zu produzieren. Dafür gibt es Parteien und Kampagnen. Unsere Aufgabe ist eine andere: Wir bringen Wissen, Erinnerung, Analyse und Sprache in eine Debatte, die allzu oft von Angst, Verkürzung und Wiederholung geprägt ist.

Wir erinnern an Schwarzenbach, nicht um in der Vergangenheit stecken zu bleiben, sondern um die Gegenwart klarer zu sehen. Wir erinnern an Mitenand, nicht aus Nostalgie, sondern weil demokratische Bewegungen Spuren legen. Wir sprechen über die Demokratie-Initiative, weil Bürger:innenrechte keine technische Frage ist, sondern eine Grundfrage demokratischer Zugehörigkeit. Und wir sprechen über die 10-Millionen-Schweiz, weil Zahlen nie unschuldig sind, wenn sie über Menschen gelegt werden. Die Schweiz ist längst eine Migrationsgesellschaft. Sie muss es nicht erst werden. Sie muss nur aufhören, sich selbst so zu erzählen, als sei das ein Betriebsunfall.

Die Neue Schweiz findet vor unseren Augen statt. Die Frage ist nicht, ob sie kommt. Die Frage ist, ob unsere Demokratie den Mut hat, ihr nachzukommen.

 

 

 

swiss dream – Zeit, anders zu träumen

Montag, 15. Juni 2026

Von Institut Neue Schweiz

 

Dieses Versprechen kennen wir alle. Es hat Generationen geprägt und erzählt von Fleiss, Disziplin, Aufstieg und persönlichem Erfolg. Viele Menschen sind mit dieser Vorstellung aufgewachsen. Sie hat Hoffnung gegeben und die Schweiz geprägt.

Als kollektiver Think & Act Tank entwickelt INES mit «swiss dream» neue Perspektiven auf Arbeit, Demokratie und Zusammenleben in der postmigrantischen Schweiz.

Wenn der Kompass nicht mehr Richtung Norden zeigt

Freitag, 12. Juni 2026

Von Artan Islamaj

 

Früher zeigte die Nadel des Kompasses noch nach Norden – so erzählte es mir Nëna. Mensch zog den Kompass hervor, und gleich darauf stürzte die Nadelspitze sich auf das ornamentale N. Unbeirrbar. Jedes einzelne Mal.

The Costume of Arithmetic

Dienstag, 9. Juni 2026

Von Sandra King-Savić

 

At the ceremony where I became Swiss, someone handed me a cookbook. I was in my mid-teens. The person presenting it said, kindly, that now I could learn to cook real Swiss meals. It is the sort of gesture one cannot wave away. A gift is rarely only a gift. It carries a small theory of the person receiving it. This one assumed a lack - that I had arrived at the table without the means to feed myself properly - and proposed a curriculum for repairing it.

Über Land und Nation (ili kako me je politika u životu uvijek pratila u stopu)

Dienstag, 2. Juni 2026

Von Sunčana Laketa

 

When you think of Switzerland, what do you actually imagine? This question matters more than it seems.

Benvenuta in Svizzera

Mittwoch, 27. Mai 2026

Von Lisa Pedicino

 

Il 31 marzo 2026 ho partecipato alla festa della naturalizzazione della città di Zurigo. Insieme a me, nell’ultimo anno sono state naturalizzate oltre 3'600 persone. La città ci ha dato il benvenuto in Svizzera. Ma da quando siamo davvero benvenuti? E quando arriviamo davvero?

Zur «10-Millionen-Schweiz»-Initiative: Eine postmigrantische Einordnung

Donnerstag, 21. Mai 2026

Von Institut Neue Schweiz

 

Gemeinsam mit dem INES-Netzwerk haben wir eine postmigrantische Einordnung zur Initiative erarbeitet. Die Analyse zeigt, wie migrationspolitische Verschärfungen bestehende Ungleichheiten vertiefen, demokratische Teilhabe einschränken und gesellschaftliche Probleme ethnisieren, anstatt ihre strukturellen Ursachen zu bearbeiten.

Die Neue Schweiz ist längst da. Die Frage ist, ob ihre Demokratie nachkommt.

Freitag, 15. Mai 2026

Von Tatiana Pinto Cardoso

 

Die Debatte rund um die sogenannte «10-Millionen-Schweiz» wirft grundlegende Fragen zu Demokratie, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Zusammenleben in der Neuen Schweiz auf.

INES bringt sich aus postmigrantischer Perspektive in diesen Diskurs ein. Bis zur Abstimmung veröffentlichen wir eine Blogreihe mit Analysen, historischen Einordnungen und Beiträgen zur aktuellen Debatte.

Stellungnahme INES: zur Ablehnung der Demokratie-Initiative durch den Bundesrat

Donnerstag, 6. November 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Demokratie braucht Teilhabe - von allen die da sind.

«Post­migrantische Selbstverständlichkeiten» – Heimat als kollektives Versprechen

Freitag, 10. Oktober 2025

Von Artan Islamaj

 

Erschienen im Magazin «Neue Wege» Nr. 5.25, August 2025. (Der Text wurde leicht bearbeitet).

Wenn ich auf Texte zurückschaue, die ich die letzten Jahre geschrieben habe, tauchen sie überall auf: die Achsen von «hier–dort», «wir–ihr», die Erzählungen vom «Dazwischen», von Zerrissenheit, von zeitgleichen Identitäten. Eigene und kollektive Wortschöpfungen entstanden: high-mate, heimaten, Da-zwischen-sein, ent-heimaten – weil wir nicht wussten, wie wir sonst über unsere Erfahrungen sprechen sollten: migrantisch, diasporisch, Second@, first generation, Other oder schweizerisch. Irgendwie nicht ganz abgrenzbar, irgendwie alles zugleich.

Immer mit der Frage konfrontiert: «A më mirë këtu, a atje?» – Ist’s besser hier oder dort?

"Ohne Pass, mit Stimme?" – Rückblick auf den Auftakt zum Tag der Demokratie in Basel

Freitag, 19. September 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Am Samstag, 13. September 2025, eröffnete INES gemeinsam mit Mitstimme den Tag der Demokratie im Theater BAU3 in Basel. Unter dem Titel „Ohne Pass, mit Stimme?“ stand die Frage im Zentrum, wie Menschen ohne Schweizer Pass unsere Demokratie erleben und welche Perspektiven sie in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen. Rund ein Drittel der Bevölkerung in Basel-Stadt lebt dauerhaft hier, trägt wesentlich zum gesellschaftlichen Wohlstand bei – und ist dennoch vom Stimm- und Wahlrecht ausgeschlossen.

INES Pitch zur Nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus

Dienstag, 26. August 2025

Von Artan Islamaj

 

Vor genau rund einem Monat fand das Kick-Off der FRB zur Nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus statt – und wir waren mit dabei. Unser Co-Direktor, Artan Islamaj, durfte im Plenum die Zivilgesellschaft repräsentieren und steuerte folgenden Beitrag als Pitch zur Konferenz bei:

INES im Wandel: Willkommen, neue Co-Geschäftsführung!

Mittwoch, 23. April 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Q&A mit der neuen INES Co-Geschäftsführung!

Pünktlich zum Start in eine neue Strategiephase begrüssen wir unsere neue Co-Geschäftsführung: Artan Islamaj (AI) und Lisa Pedicino (LP).

Mit ihnen gewinnt INES nicht nur an neuer Fachexpertise – u.a. in den Bereichen Vermittlung, Kultur, Literatur, Kommunikation, Community-Arbeit, Management, Gleichstellung und Diversität – sondern auch an Perspektiven, Ideenreichtum und gelebtem Wissen.

Im folgenden Questions and Answers hast du die Möglichkeit, sie kennenzulernen.

Marathon mit Hürden: den Erhalt des Schweizer Passes

Montag, 9. September 2024

Von Stefanie Kurt

 

Die Erlangung des Schweizer Passes lässt sich sinnbildlich mit der Teilnahme an einem Marathon mit Hürden vergleichen. Der Marathon, als die längste Laufdisziplin in der Leichtathletik, repräsentiert die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine ausländische Personen, um einen Antrag auf eine Einbürgerung zu stellen. Gleichzeitig verdeutlicht der Hürdenlauf die Herausforderungen, welche gemeistert werden müssen. Dank der Ausdauer und dem erfolgreichen Meistern der Hürden erhält die ausländische Person mit der Querung der Ziellinie den Schweizer Pass.

Integration und Einbürgerung – Ein historischer Blick auf ein ambivalentes Verhältnis

Montag, 8. Juli 2024

Von Kijan Espahangizi

 

Das Thema Integration polarisiert. Es gibt verschiedene Vorstellungen davon, was Integration bedeutet. Das prägt auch die Debatte um Einbürgerung in der Schweiz. Die einen finden, das Bürgerrecht stelle den krönenden Abschluss eines langen Integrations- und Anpassungsprozesses dar, den eingewanderte Menschen durchlaufen müssen, bevor sie als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden können. Die anderen verstehen Integration weniger als individuelle Anpassung, denn als Teilhabe an Gesellschaft. Diese zu ermöglichen, läge auch in der Verantwortung der Aufnahmegesellschaft, etwa durch Zugang zu gleichen Rechten. Aus dieser Sicht stellt die Einbürgerung eine wichtige Voraussetzung dar, um Integration leisten zu können. Wieder andere, gerade in der zweiten und dritten Generation, empfinden die ganze Integrationsdebatte als Zumutung, ja zuweilen sogar als rassistisch – als sei man nicht schon längst in der Schweiz heimisch, selbst wenn man noch keinen roten Pass hat. Alle sprechen von Integration, meinen aber unterschiedliche Dinge.

Zu radikal? Die Demokratie ernst nehmen!

Donnerstag, 27. Juni 2024

Von Simone Prodolliet

 

Die Forderung nach einem Recht auf Einbürgerung sei zu radikal, geben unterschiedliche Kreise zu bedenken. Da sind zum einen jene, die befürchten, ein solches Ansinnen verschrecke das «Volk» und führe zu einer niederschmetternden und haushohen Ablehnung an der Urne. Womit man gar nichts erreicht hätte; im Gegenteil laufe man Gefahr, bei den Bemühungen um Erleichterungen bei der Einbürgerung hinter das bisher Erreichte zurückgeworfen zu werden.

Staatsbürgerschaft und bürgerliche Grundrechte im Wandel der Zeit

Montag, 17. Juni 2024

Von Georg Kreis

 

Das Bürgerrecht wird heute vor allem in Hinblick auf aktuelle Fragen diskutiert. Dabei bietet der Blick in die Geschichte ein besseres Verständnis der heutigen Herausforderungen.

Bürgerrecht als Menschenrecht

Donnerstag, 6. Juni 2024

Von Barbara von Rütte

 

Erschienen im Rahmen der INES Publikation «Argumentarium für eine Neues Bürgerrecht», 20.April 2024.

Die französische Version des „Argumentaire pour une nouvelle citoyenneté“ wird in den nächsten Wochen nach und nach auf dem Blog veröffentlicht und wird im Herbst in Lausanne Teil einer öffentlichen Veranstaltung sein, bei der auch die gedruckte Version vorgestellt wird. Weitere Informationen folgen vor den Sommerferien im Juni. Bei Fragen oder Interesse können Sie sich an die Projektverantwortlichen Giorgia Piffaretti oder Maria-Cecilia Quadri wenden.

Bürgerrecht hat als Mitgliedschaft in einem Staat notwendigerweise eine ein- und ausschliessende Funktion. Aus rechtlicher Sicht gehört eine Person zu einem Staat – oder im Falle von Menschen mit Doppel- oder Mehrfachbürgerrecht zu mehreren Staaten – aber nicht zu allen anderen Staaten. Jemand hat diesen Pass, aber nicht einen anderen. Jemand kann dort politische Rechte ausüben, aber nicht hier.

Wer ist eigentlich das Volk? Aufbruch in eine demokratische Migrationsgesellschaft

Donnerstag, 23. Mai 2024

Von Rohit Jain

 

Erschienen im Rahmen der INES Publikation «Argumentarium für eine Neues Bürgerrecht», 20. April 2024.

Sie kennen vielleicht dieses Bild: Am Wahl- oder Abstimmungssonntag sitzen die Parteipräsident:innen in der «Elefantenrunde» des Schweizer Fernsehens zusammen und deuten den Volkswillen: «Das Volk» hat das gesagt, es denkt und tickt so und so. Ich frage mich dann jeweils: Wer ist eigentlich dieses «Volk», über das alle sprechen? Und warum macht sich niemand ernsthaft Sorgen um eine Demokratie, in der über ein Viertel der Bevölkerung, also über zwei Millionen Menschen, wegen ihrer Herkunft oder – zumindest indirekt – wegen ihrer Hautfarbe auf nationaler Ebene keine politische Rechte haben?

Argumentarium für ein Neues Bürgerrecht

Freitag, 26. April 2024

Von Institut Neue Schweiz INES

 

Schweizer Demokratie in der Sackgasse? Der Think Tank Institut Neue Schweiz INES veröffentlicht das Argumentarium für ein Neues Bürgerrecht, und ist seit der Vernissage vom 20. April 2024 in der Prozessbar in Bern hier auf der Webseite zugänglich. Nach Anfrage oder an Veranstaltungen von INES sind gedruckte Exemplare erhältlich. Im Herbst erscheint in der Romandie die französische Version. Abonniere den Newsletter und bleibe so auf dem Laufenden!

Decolonize love? Eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte zwischen «Orient und Okzident» seit dem 19. Jahrhundert

Montag, 15. Mai 2023

Von Kijan Malte Espahangizi

 

Erschienen im Magazin «NZZ Geschichte» Nr. 45, April 2023 (Der Text wurde leicht bearbeitet, Bilder ergänzt)

Als man 1971 im Iran mit viel Pomp 2500 Jahre Monarchie feiert, werden Ulrike Löttgen und Kambiz Espahangizi in Deutschland ein Paar. Als sich meine Eltern verliebten, hatten sie Klischees über ihre Herkunftsländer im Kopf. Ist die Liebesgeschichte zwischen dem «Mädchen aus Germany» und dem «persischen Prinzen» deswegen ein kitschiges Missverständnis oder gar ein historischer Fehler? Müsste ihre Liebe gar «dekolonisiert» werden? Und was hiesse dies für die globalhistorischen Verflechtungen der Moderne, die die beiden zusammengeführt haben? Diese Fragen betreffen mich sehr direkt, denn ohne die unwahrscheinliche emphasized textLiebesgeschichte meiner Eltern würde ich nicht existieren.

Ist die Schweiz eine Demokratie? - Was bedeutet echte Teilhabe für die migrantische Unterschicht?

Montag, 1. Mai 2023

Von Migmar Dhakyel

 

Erstpublikation: Denknetz Ausgabe Bedeutungsvolle Wahl, April 2023

Die Schweiz rühmt sich gern als urdemokratisches Land. Hier dürfen alle über alles mitreden und mitentscheiden. Doch mindestens ein Viertel der Bevölkerung wird von der Mitsprache ausgeschlossen. Es sind Menschen, die keinen Schweizer Pass besitzen. Wer sind diese Menschen und wieso wird ihnen das schweizerische Bürgerrecht verwehrt? Und: Bedeutet demokratische Teilhabe, über Gesetze abzustimmen und Parteien zu wählen, oder gehört da mehr dazu? Wie sieht eine Demokratie aus, die die migrantische Unterschicht miteinbezieht?

Die Last der Vergangenheit und ihre Lehren für die Gegenwart – eine juristische Sichtweise

Mittwoch, 28. September 2022

Von Liliane Denise Minder

 

Das Institut Neue Schweiz INES möchte dazu beitragen, Wege zu finden, wie wir mit vergangenem Unrecht sowie den Kämpfen dagegen umgehen. INES veranstaltet dazu am 22. Oktober in der Kaserne Basel in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv «Schwarzenbach Komplex» einen Anlass und unterstützt tags darauf im Theater Neumarkt ein Podium zur Erinnerungskultur . Zudem veröffentlicht INES die Podcastgespräche «memleket – stimmen der neuen Schweiz». In diesem Blog schreibt die Juristin Liliane Denise Minder in einem persönlichen sowie wissenschaftlichen Beitrag über die Möglichkeit, Wiedergutmachung für vergangenes Unrecht juristisch einzufordern.

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch zu Allianzen, Identitätspolitik und Intersektionalität

Samstag, 23. April 2022

Von Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im folgenden Gespräch thematisieren Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Ein Blogbeitrag in zwei Teilen. Zum Teil 2 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making.

Wer sterben gelassen wird: Strukturelle Differenzierungen in der Pandemie

Freitag, 25. Februar 2022

Von Tino Plümecke & Linda Supik

 

Der Anstieg der Todesfälle bei Menschen ohne Schweizer Pass ist mit 21,8 Prozent während des Pandemie-Jahres 2020 fast doppelt so hoch wie der von Menschen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Während die Sterberate bei Frauen mit Schweizer Staatsangehörigkeit in den untersuchten Altersgruppen 45- bis 64-Jährige und 65- bis 74-Jährige leicht abnahmen, stiegen die Sterberaten bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies ergibt eine Auswertung der statistischen Daten des Bundes durch unsere Gastautor*innen Tino Plümecke und Linda Supik.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

Handbuch #NeueSchweiz - für alle, die hier sind und noch kommen werden

Montag, 29. November 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ (Diaphanes Verlag) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich - voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit. Es schafft eine vielstimmige Plattform, die zum Nachdenken, zum Gespräch und zur Diskussion einladen möchte - und die vor allem Mut machen soll: solidarisch und selbstkritisch. Wer sich ein Bild machen möchte, kann hier die Einleitung lesen.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Freitag, 10. September 2021

Von Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sonntag, 30. Mai 2021

Von Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

Eine Volkshochschule für das Volk - Ein diversitätsorientierter Transformationsprozess in Basel auf der Tour de Nouvelle Suisse

Donnerstag, 24. August 2023

Von Inés Mateos

 

Adrian Portmann und Maja Bagat Volkshochschule beider Basel, 2023

Mit dem ersten Standort in der Tour de Nouvelle Suisse hat INES in Basel verschiedene Öffnungsprozesse von Institutionen angestossen und die Volkshochschule beider Basel (VHSBB) bei den ersten Öffnungsschritten begleitet. Dafür initiierte die VHSBB mit Unterstützung von INES einen diversitätsorientierten Transformationsprozess. Dabei geht es der VHSBB darum, der grossen Vielfalt der Basler Gesellschaft Rechnung zu tragen – in Basel haben 53% der Bevölkerung einen Migrantionshintergrund – aber auch dezidiert darum, sich selber so zu verändern, dass sie für diese heterogene Gesellschaft zukunftsfähig wird.

«Lieber Bürgerin als Schweizerin»

Donnerstag, 16. November 2023

Von Migmar Dolma

 

Erstpublikation: WOZ, 10. November 2023

In Ihrer neuen Kolumne schreibt INES-Vorstandsmitglied, Kolumnistin und Gewerkschafterin Migmar Dolma über den nuancierten Unterschied zwischen "Schweizerin" und "Schweizer Bürgerin". Wo erkennt sie die Differenz zwischen misstrauischen Blicken im Zug und unerwarteten Privilegien im Ausland? Was hat dies mit der vollwertigen demokratischen Teilhabe und unser Bürgerrecht zu tun? Ein eindringlicher Appell, das Bürgerrecht zu demokratisieren, um eine inklusivere Schweiz zu schaffen.

«Wir müssen diese Geschichten erzählen!»- Zur Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte in Schweizer Schulen.

Dienstag, 8. August 2023

Von Inés Mateos

 

Im Herzen von Basel, in der Sekundarschule Holbein treffe ich mich mit Luca Preite und Berfim Pala, Dozent und Ex-Studentin. Berfim arbeitet inzwischen als Lehrerin hier. Luca Preite war ihr Dozent an der Hochschule und hat die Masterarbeit von Berfim betreut. In ihrer Abschlussarbeit untersucht Berfim die Benachteiligung in der Schule von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie zeigt darin nicht nur Diskriminierungsformen auf, sondern fragt auch nach dem Widerstand der Benachteiligten dagegen, thematisiert die Grenzen der Selbstermächtigung und was gesellschaftlich zu tun ist. Darum soll es auch in unserem Gespräch gehen.

ÖFFENTLICHER APPELL: WIRTSCHAFTLICHE NOT IN ZEITEN DER CORONA-KRISE DARF AUFENTHALTSSTATUS UND EINBÜRGERUNGEN NICHT GEFÄHRDEN – SEIEN WIR AUCH HIER SOLIDARISCH!

Freitag, 1. Mai 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Krise. Viele Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, werden auf Sozialhilfe angewiesen sein und müssen Schulden aufnehmen, auch in der Schweiz. Das hat massive finanzielle und soziale Auswirkungen, aber auch – was viele nicht wissen – rechtliche Folgen. Bei Entscheiden zum Aufenthaltsstatus und zur Einbürgerung spielt das Kriterium ›wirtschaftliche Integration‹ eine massgebliche Rolle. Die Corona-Pandemie ist auch deswegen für viele eine existenzielle Bedrohung. Dies betrifft potenziell ein Viertel der Wohnbevölkerung, die kein Schweizer Bürgerrecht haben, aber das Land tagtäglich mittragen und mitgestalten.

Medien der Neuen Schweiz: Reportage im Tagesanzeiger

Dienstag, 25. Juli 2023

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung sind in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekte aufzubauen. In einer Reportage des Tagesanzeiger geht die Journalistin Aleksandra Hiltmann mit Baba News, We Talk. Schweiz ungefiltert und INES der Frage nach, wie Menschen mit Migrationsgeschichte die Medienlandschaft verändern wollen?

Rahmengesetz zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung

Freitag, 30. Juni 2023

Von Tarek Naguib

 

Quelle: Aktion Vierviertel

Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, braucht es laut INES eine verfassungsrechtliche Regelung, welche ein Gesetz zur Bekämpfung von Diskriminierung und Förderung der Gleichstellung verlangt. In diesem Sinne entwickelte INES-Co-Geschäftsleiter und Jurist Tarek Naguib eine Vorlage für ein Rahmengesetz zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung.

Arbeitspapier Baustelle Demokratie

Montag, 16. Januar 2023

Von Institut Neue Schweiz

 

Eine Runde der Schweizer Think-Tanks und Foresight Organisationen ist 2022 zusammengekommen, um über die Herausforderungen für die Demokratie zu diskturieren. Das Treffen fand auf Einladung der Stiftung Mercator Schweiz und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft statt. Ziel war es, offensichtliche wie verborgene Entwicklungen zusammenzutragen sowie konkrete Massnahmen zur Stärkung und Entwicklung der Demokratie der Schweiz zu identifizieren.

Vorschau: Eine Neue Schweiz!

Dienstag, 2. März 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Die Neue Schweiz ist längst da – voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit! Sie muss nur sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 erscheint, bietet eine Standortbestimmung zu laufenden postmigrantischen, rassismuskritischen und intersektionalen Debatten und Visionen und vereint visionäre Essays, biografische Stories und literarische Texte mit einer Vielfalt von künstlerischen Bildbeiträgen. Ein Glossar und Random Facts versammeln praktische Werkzeuge für alltägliche und fachliche Gespräche und Debatten.

Perspektiven für eine Demokratisierte Geschichtspolitik in der Schweiz

Montag, 17. Juli 2023

Von Katharina Morawek

 

INES-Vorstandsmitglied Katharina Morawek ist Co-Autorin einer aktuellen Studie zur Frage der Erinnerungskultur im Auftrag der Stadt Zürich. Darin beschreiben die Autorinnen, was «Erinnerungskultur» bedeutet und geben einen Überblick zu Akteur:innen, Anliegen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Abschliessend formulieren sie Herausforderungen und Potenziale. Die Studie bietet Anlass, einen im Handbuch Neue Schweiz verfassten Beitrag von Katharina Morawek zum Thema als Blog zu veröffentlichen.

swiss dream – Zeit, anders zu träumen

Montag, 15. Juni 2026

Von Institut Neue Schweiz

 

Dieses Versprechen kennen wir alle. Es hat Generationen geprägt und erzählt von Fleiss, Disziplin, Aufstieg und persönlichem Erfolg. Viele Menschen sind mit dieser Vorstellung aufgewachsen. Sie hat Hoffnung gegeben und die Schweiz geprägt.

Als kollektiver Think & Act Tank entwickelt INES mit «swiss dream» neue Perspektiven auf Arbeit, Demokratie und Zusammenleben in der postmigrantischen Schweiz.

The Costume of Arithmetic

Dienstag, 9. Juni 2026

Von Sandra King-Savić

 

At the ceremony where I became Swiss, someone handed me a cookbook. I was in my mid-teens. The person presenting it said, kindly, that now I could learn to cook real Swiss meals. It is the sort of gesture one cannot wave away. A gift is rarely only a gift. It carries a small theory of the person receiving it. This one assumed a lack - that I had arrived at the table without the means to feed myself properly - and proposed a curriculum for repairing it.

Benvenuta in Svizzera

Mittwoch, 27. Mai 2026

Von Lisa Pedicino

 

Il 31 marzo 2026 ho partecipato alla festa della naturalizzazione della città di Zurigo. Insieme a me, nell’ultimo anno sono state naturalizzate oltre 3'600 persone. La città ci ha dato il benvenuto in Svizzera. Ma da quando siamo davvero benvenuti? E quando arriviamo davvero?

Die Neue Schweiz ist längst da. Die Frage ist, ob ihre Demokratie nachkommt.

Freitag, 15. Mai 2026

Von Tatiana Pinto Cardoso

 

Die Debatte rund um die sogenannte «10-Millionen-Schweiz» wirft grundlegende Fragen zu Demokratie, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Zusammenleben in der Neuen Schweiz auf.

INES bringt sich aus postmigrantischer Perspektive in diesen Diskurs ein. Bis zur Abstimmung veröffentlichen wir eine Blogreihe mit Analysen, historischen Einordnungen und Beiträgen zur aktuellen Debatte.

«Post­migrantische Selbstverständlichkeiten» – Heimat als kollektives Versprechen

Freitag, 10. Oktober 2025

Von Artan Islamaj

 

Erschienen im Magazin «Neue Wege» Nr. 5.25, August 2025. (Der Text wurde leicht bearbeitet).

Wenn ich auf Texte zurückschaue, die ich die letzten Jahre geschrieben habe, tauchen sie überall auf: die Achsen von «hier–dort», «wir–ihr», die Erzählungen vom «Dazwischen», von Zerrissenheit, von zeitgleichen Identitäten. Eigene und kollektive Wortschöpfungen entstanden: high-mate, heimaten, Da-zwischen-sein, ent-heimaten – weil wir nicht wussten, wie wir sonst über unsere Erfahrungen sprechen sollten: migrantisch, diasporisch, Second@, first generation, Other oder schweizerisch. Irgendwie nicht ganz abgrenzbar, irgendwie alles zugleich.

Immer mit der Frage konfrontiert: «A më mirë këtu, a atje?» – Ist’s besser hier oder dort?

INES Pitch zur Nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus

Dienstag, 26. August 2025

Von Artan Islamaj

 

Vor genau rund einem Monat fand das Kick-Off der FRB zur Nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus statt – und wir waren mit dabei. Unser Co-Direktor, Artan Islamaj, durfte im Plenum die Zivilgesellschaft repräsentieren und steuerte folgenden Beitrag als Pitch zur Konferenz bei:

Marathon mit Hürden: den Erhalt des Schweizer Passes

Montag, 9. September 2024

Von Stefanie Kurt

 

Die Erlangung des Schweizer Passes lässt sich sinnbildlich mit der Teilnahme an einem Marathon mit Hürden vergleichen. Der Marathon, als die längste Laufdisziplin in der Leichtathletik, repräsentiert die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine ausländische Personen, um einen Antrag auf eine Einbürgerung zu stellen. Gleichzeitig verdeutlicht der Hürdenlauf die Herausforderungen, welche gemeistert werden müssen. Dank der Ausdauer und dem erfolgreichen Meistern der Hürden erhält die ausländische Person mit der Querung der Ziellinie den Schweizer Pass.

Zu radikal? Die Demokratie ernst nehmen!

Donnerstag, 27. Juni 2024

Von Simone Prodolliet

 

Die Forderung nach einem Recht auf Einbürgerung sei zu radikal, geben unterschiedliche Kreise zu bedenken. Da sind zum einen jene, die befürchten, ein solches Ansinnen verschrecke das «Volk» und führe zu einer niederschmetternden und haushohen Ablehnung an der Urne. Womit man gar nichts erreicht hätte; im Gegenteil laufe man Gefahr, bei den Bemühungen um Erleichterungen bei der Einbürgerung hinter das bisher Erreichte zurückgeworfen zu werden.

Bürgerrecht als Menschenrecht

Donnerstag, 6. Juni 2024

Von Barbara von Rütte

 

Erschienen im Rahmen der INES Publikation «Argumentarium für eine Neues Bürgerrecht», 20.April 2024.

Die französische Version des „Argumentaire pour une nouvelle citoyenneté“ wird in den nächsten Wochen nach und nach auf dem Blog veröffentlicht und wird im Herbst in Lausanne Teil einer öffentlichen Veranstaltung sein, bei der auch die gedruckte Version vorgestellt wird. Weitere Informationen folgen vor den Sommerferien im Juni. Bei Fragen oder Interesse können Sie sich an die Projektverantwortlichen Giorgia Piffaretti oder Maria-Cecilia Quadri wenden.

Bürgerrecht hat als Mitgliedschaft in einem Staat notwendigerweise eine ein- und ausschliessende Funktion. Aus rechtlicher Sicht gehört eine Person zu einem Staat – oder im Falle von Menschen mit Doppel- oder Mehrfachbürgerrecht zu mehreren Staaten – aber nicht zu allen anderen Staaten. Jemand hat diesen Pass, aber nicht einen anderen. Jemand kann dort politische Rechte ausüben, aber nicht hier.

Argumentarium für ein Neues Bürgerrecht

Freitag, 26. April 2024

Von Institut Neue Schweiz INES

 

Schweizer Demokratie in der Sackgasse? Der Think Tank Institut Neue Schweiz INES veröffentlicht das Argumentarium für ein Neues Bürgerrecht, und ist seit der Vernissage vom 20. April 2024 in der Prozessbar in Bern hier auf der Webseite zugänglich. Nach Anfrage oder an Veranstaltungen von INES sind gedruckte Exemplare erhältlich. Im Herbst erscheint in der Romandie die französische Version. Abonniere den Newsletter und bleibe so auf dem Laufenden!

Ist die Schweiz eine Demokratie? - Was bedeutet echte Teilhabe für die migrantische Unterschicht?

Montag, 1. Mai 2023

Von Migmar Dhakyel

 

Erstpublikation: Denknetz Ausgabe Bedeutungsvolle Wahl, April 2023

Die Schweiz rühmt sich gern als urdemokratisches Land. Hier dürfen alle über alles mitreden und mitentscheiden. Doch mindestens ein Viertel der Bevölkerung wird von der Mitsprache ausgeschlossen. Es sind Menschen, die keinen Schweizer Pass besitzen. Wer sind diese Menschen und wieso wird ihnen das schweizerische Bürgerrecht verwehrt? Und: Bedeutet demokratische Teilhabe, über Gesetze abzustimmen und Parteien zu wählen, oder gehört da mehr dazu? Wie sieht eine Demokratie aus, die die migrantische Unterschicht miteinbezieht?

Antirassismus in the Making. Ein Werkstattgespräch zu Allianzen, Identitätspolitik und Intersektionalität

Samstag, 23. April 2022

Von Rahel El-Maawi, Rohit Jain, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib

 

Die Arbeit des Institut Neue Schweiz INES ist vom Wunsch geprägt, laufende Debatten zu Migration, Diversität und Antirassismus zu dokumentieren, verschiedene Ansätze in Austausch zu bringen und offene strategische Fragen zu diskutieren. Im folgenden Gespräch thematisieren Rahel El-Maawi, Franziska Schutzbach, Tarek Naguib und Rohit Jain Fragen rund um Identitätspolitik, Repräsentation und Intersektionalität und verbinden diese miteinander. Ein Blogbeitrag in zwei Teilen. Zum Teil 2 des Gesprächs zu Antirassismus in the Making.

Einblick in die Vernissagen zum HANDBUCH NEUE SCHWEIZ - mit Ausblick ins kommende Jahr

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

In diesem letzten Blog-Beitrag im 2021 geben wir einen Einblick in die vier Vernissagen zum jüngst erschienenen HANDBUCH NEUE SCHWEIZ. Uns war es wichtig, Themen aufzugreifen, die das Institut Neue Schweiz INES auch im kommenden Jahr beschäftigen werden: ein neues Bürgerrecht, eine vielstimmige Bürger:innenschaft, diskriminierungsfreie Teilhabe und eine Schweiz, die für ihr globales Handeln Verantwortung übernimmt.

Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte

Freitag, 10. September 2021

Von Anisha Imhasly

 

Gruppenbild im Anschluss an die kulturpolitische Debatte, Gessnerallee Zürich, Juni 2021

An einem Samstagnachmittag anfangs Juni fanden sich rund fünfzig Menschen in der Gessnerallee Zürich ein, um auf Einladung von INES unter dem Titel „Demokratie und Vielfalt in der Kultur – eine kulturpolitische Debatte“ zu erfahren, wie es um diese Vielfalt in der Kultur bestellt ist. Dies vor dem Hintergrund eines zentralen Anliegens seitens INES: Nämlich, dass sich die demografische Realität der Schweiz in seinen Institutionen – etwa in Politik und Verwaltung, Recht, Medien, Bildung und Kultur – viel stärker abbilden muss. Was hier folgt, ist eine subjektive Einordnung der Diskussionen bzw. einige weiterführende Gedanken zum Thema.

Eine Volkshochschule für das Volk - Ein diversitätsorientierter Transformationsprozess in Basel auf der Tour de Nouvelle Suisse

Donnerstag, 24. August 2023

Von Inés Mateos

 

Adrian Portmann und Maja Bagat Volkshochschule beider Basel, 2023

Mit dem ersten Standort in der Tour de Nouvelle Suisse hat INES in Basel verschiedene Öffnungsprozesse von Institutionen angestossen und die Volkshochschule beider Basel (VHSBB) bei den ersten Öffnungsschritten begleitet. Dafür initiierte die VHSBB mit Unterstützung von INES einen diversitätsorientierten Transformationsprozess. Dabei geht es der VHSBB darum, der grossen Vielfalt der Basler Gesellschaft Rechnung zu tragen – in Basel haben 53% der Bevölkerung einen Migrantionshintergrund – aber auch dezidiert darum, sich selber so zu verändern, dass sie für diese heterogene Gesellschaft zukunftsfähig wird.

«Wir müssen diese Geschichten erzählen!»- Zur Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte in Schweizer Schulen.

Dienstag, 8. August 2023

Von Inés Mateos

 

Im Herzen von Basel, in der Sekundarschule Holbein treffe ich mich mit Luca Preite und Berfim Pala, Dozent und Ex-Studentin. Berfim arbeitet inzwischen als Lehrerin hier. Luca Preite war ihr Dozent an der Hochschule und hat die Masterarbeit von Berfim betreut. In ihrer Abschlussarbeit untersucht Berfim die Benachteiligung in der Schule von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie zeigt darin nicht nur Diskriminierungsformen auf, sondern fragt auch nach dem Widerstand der Benachteiligten dagegen, thematisiert die Grenzen der Selbstermächtigung und was gesellschaftlich zu tun ist. Darum soll es auch in unserem Gespräch gehen.

Medien der Neuen Schweiz: Reportage im Tagesanzeiger

Dienstag, 25. Juli 2023

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung sind in den Medien stark unterrepräsentiert. Zunehmend mehr Initiativen nehmen diese Missstände als Anlass, eigene Projekte aufzubauen. In einer Reportage des Tagesanzeiger geht die Journalistin Aleksandra Hiltmann mit Baba News, We Talk. Schweiz ungefiltert und INES der Frage nach, wie Menschen mit Migrationsgeschichte die Medienlandschaft verändern wollen?

Arbeitspapier Baustelle Demokratie

Montag, 16. Januar 2023

Von Institut Neue Schweiz

 

Eine Runde der Schweizer Think-Tanks und Foresight Organisationen ist 2022 zusammengekommen, um über die Herausforderungen für die Demokratie zu diskturieren. Das Treffen fand auf Einladung der Stiftung Mercator Schweiz und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft statt. Ziel war es, offensichtliche wie verborgene Entwicklungen zusammenzutragen sowie konkrete Massnahmen zur Stärkung und Entwicklung der Demokratie der Schweiz zu identifizieren.

Perspektiven für eine Demokratisierte Geschichtspolitik in der Schweiz

Montag, 17. Juli 2023

Von Katharina Morawek

 

INES-Vorstandsmitglied Katharina Morawek ist Co-Autorin einer aktuellen Studie zur Frage der Erinnerungskultur im Auftrag der Stadt Zürich. Darin beschreiben die Autorinnen, was «Erinnerungskultur» bedeutet und geben einen Überblick zu Akteur:innen, Anliegen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Abschliessend formulieren sie Herausforderungen und Potenziale. Die Studie bietet Anlass, einen im Handbuch Neue Schweiz verfassten Beitrag von Katharina Morawek zum Thema als Blog zu veröffentlichen.

Wenn der Kompass nicht mehr Richtung Norden zeigt

Freitag, 12. Juni 2026

Von Artan Islamaj

 

Früher zeigte die Nadel des Kompasses noch nach Norden – so erzählte es mir Nëna. Mensch zog den Kompass hervor, und gleich darauf stürzte die Nadelspitze sich auf das ornamentale N. Unbeirrbar. Jedes einzelne Mal.

Über Land und Nation (ili kako me je politika u životu uvijek pratila u stopu)

Dienstag, 2. Juni 2026

Von Sunčana Laketa

 

When you think of Switzerland, what do you actually imagine? This question matters more than it seems.

Zur «10-Millionen-Schweiz»-Initiative: Eine postmigrantische Einordnung

Donnerstag, 21. Mai 2026

Von Institut Neue Schweiz

 

Gemeinsam mit dem INES-Netzwerk haben wir eine postmigrantische Einordnung zur Initiative erarbeitet. Die Analyse zeigt, wie migrationspolitische Verschärfungen bestehende Ungleichheiten vertiefen, demokratische Teilhabe einschränken und gesellschaftliche Probleme ethnisieren, anstatt ihre strukturellen Ursachen zu bearbeiten.

Stellungnahme INES: zur Ablehnung der Demokratie-Initiative durch den Bundesrat

Donnerstag, 6. November 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Demokratie braucht Teilhabe - von allen die da sind.

"Ohne Pass, mit Stimme?" – Rückblick auf den Auftakt zum Tag der Demokratie in Basel

Freitag, 19. September 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Am Samstag, 13. September 2025, eröffnete INES gemeinsam mit Mitstimme den Tag der Demokratie im Theater BAU3 in Basel. Unter dem Titel „Ohne Pass, mit Stimme?“ stand die Frage im Zentrum, wie Menschen ohne Schweizer Pass unsere Demokratie erleben und welche Perspektiven sie in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen. Rund ein Drittel der Bevölkerung in Basel-Stadt lebt dauerhaft hier, trägt wesentlich zum gesellschaftlichen Wohlstand bei – und ist dennoch vom Stimm- und Wahlrecht ausgeschlossen.

INES im Wandel: Willkommen, neue Co-Geschäftsführung!

Mittwoch, 23. April 2025

Von Institut Neue Schweiz

 

Q&A mit der neuen INES Co-Geschäftsführung!

Pünktlich zum Start in eine neue Strategiephase begrüssen wir unsere neue Co-Geschäftsführung: Artan Islamaj (AI) und Lisa Pedicino (LP).

Mit ihnen gewinnt INES nicht nur an neuer Fachexpertise – u.a. in den Bereichen Vermittlung, Kultur, Literatur, Kommunikation, Community-Arbeit, Management, Gleichstellung und Diversität – sondern auch an Perspektiven, Ideenreichtum und gelebtem Wissen.

Im folgenden Questions and Answers hast du die Möglichkeit, sie kennenzulernen.

Integration und Einbürgerung – Ein historischer Blick auf ein ambivalentes Verhältnis

Montag, 8. Juli 2024

Von Kijan Espahangizi

 

Das Thema Integration polarisiert. Es gibt verschiedene Vorstellungen davon, was Integration bedeutet. Das prägt auch die Debatte um Einbürgerung in der Schweiz. Die einen finden, das Bürgerrecht stelle den krönenden Abschluss eines langen Integrations- und Anpassungsprozesses dar, den eingewanderte Menschen durchlaufen müssen, bevor sie als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden können. Die anderen verstehen Integration weniger als individuelle Anpassung, denn als Teilhabe an Gesellschaft. Diese zu ermöglichen, läge auch in der Verantwortung der Aufnahmegesellschaft, etwa durch Zugang zu gleichen Rechten. Aus dieser Sicht stellt die Einbürgerung eine wichtige Voraussetzung dar, um Integration leisten zu können. Wieder andere, gerade in der zweiten und dritten Generation, empfinden die ganze Integrationsdebatte als Zumutung, ja zuweilen sogar als rassistisch – als sei man nicht schon längst in der Schweiz heimisch, selbst wenn man noch keinen roten Pass hat. Alle sprechen von Integration, meinen aber unterschiedliche Dinge.

Staatsbürgerschaft und bürgerliche Grundrechte im Wandel der Zeit

Montag, 17. Juni 2024

Von Georg Kreis

 

Das Bürgerrecht wird heute vor allem in Hinblick auf aktuelle Fragen diskutiert. Dabei bietet der Blick in die Geschichte ein besseres Verständnis der heutigen Herausforderungen.

Wer ist eigentlich das Volk? Aufbruch in eine demokratische Migrationsgesellschaft

Donnerstag, 23. Mai 2024

Von Rohit Jain

 

Erschienen im Rahmen der INES Publikation «Argumentarium für eine Neues Bürgerrecht», 20. April 2024.

Sie kennen vielleicht dieses Bild: Am Wahl- oder Abstimmungssonntag sitzen die Parteipräsident:innen in der «Elefantenrunde» des Schweizer Fernsehens zusammen und deuten den Volkswillen: «Das Volk» hat das gesagt, es denkt und tickt so und so. Ich frage mich dann jeweils: Wer ist eigentlich dieses «Volk», über das alle sprechen? Und warum macht sich niemand ernsthaft Sorgen um eine Demokratie, in der über ein Viertel der Bevölkerung, also über zwei Millionen Menschen, wegen ihrer Herkunft oder – zumindest indirekt – wegen ihrer Hautfarbe auf nationaler Ebene keine politische Rechte haben?

Decolonize love? Eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte zwischen «Orient und Okzident» seit dem 19. Jahrhundert

Montag, 15. Mai 2023

Von Kijan Malte Espahangizi

 

Erschienen im Magazin «NZZ Geschichte» Nr. 45, April 2023 (Der Text wurde leicht bearbeitet, Bilder ergänzt)

Als man 1971 im Iran mit viel Pomp 2500 Jahre Monarchie feiert, werden Ulrike Löttgen und Kambiz Espahangizi in Deutschland ein Paar. Als sich meine Eltern verliebten, hatten sie Klischees über ihre Herkunftsländer im Kopf. Ist die Liebesgeschichte zwischen dem «Mädchen aus Germany» und dem «persischen Prinzen» deswegen ein kitschiges Missverständnis oder gar ein historischer Fehler? Müsste ihre Liebe gar «dekolonisiert» werden? Und was hiesse dies für die globalhistorischen Verflechtungen der Moderne, die die beiden zusammengeführt haben? Diese Fragen betreffen mich sehr direkt, denn ohne die unwahrscheinliche emphasized textLiebesgeschichte meiner Eltern würde ich nicht existieren.

Die Last der Vergangenheit und ihre Lehren für die Gegenwart – eine juristische Sichtweise

Mittwoch, 28. September 2022

Von Liliane Denise Minder

 

Das Institut Neue Schweiz INES möchte dazu beitragen, Wege zu finden, wie wir mit vergangenem Unrecht sowie den Kämpfen dagegen umgehen. INES veranstaltet dazu am 22. Oktober in der Kaserne Basel in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv «Schwarzenbach Komplex» einen Anlass und unterstützt tags darauf im Theater Neumarkt ein Podium zur Erinnerungskultur . Zudem veröffentlicht INES die Podcastgespräche «memleket – stimmen der neuen Schweiz». In diesem Blog schreibt die Juristin Liliane Denise Minder in einem persönlichen sowie wissenschaftlichen Beitrag über die Möglichkeit, Wiedergutmachung für vergangenes Unrecht juristisch einzufordern.

Wer sterben gelassen wird: Strukturelle Differenzierungen in der Pandemie

Freitag, 25. Februar 2022

Von Tino Plümecke & Linda Supik

 

Der Anstieg der Todesfälle bei Menschen ohne Schweizer Pass ist mit 21,8 Prozent während des Pandemie-Jahres 2020 fast doppelt so hoch wie der von Menschen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Während die Sterberate bei Frauen mit Schweizer Staatsangehörigkeit in den untersuchten Altersgruppen 45- bis 64-Jährige und 65- bis 74-Jährige leicht abnahmen, stiegen die Sterberaten bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies ergibt eine Auswertung der statistischen Daten des Bundes durch unsere Gastautor*innen Tino Plümecke und Linda Supik.

Handbuch #NeueSchweiz - für alle, die hier sind und noch kommen werden

Montag, 29. November 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ (Diaphanes Verlag) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich - voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit. Es schafft eine vielstimmige Plattform, die zum Nachdenken, zum Gespräch und zur Diskussion einladen möchte - und die vor allem Mut machen soll: solidarisch und selbstkritisch. Wer sich ein Bild machen möchte, kann hier die Einleitung lesen.

In der Schweiz Zuhause – ausgeschafft in ein fremdes Land

Sonntag, 30. Mai 2021

Von Institut Neue Schweiz und Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich

 

Babak Fargahi, Rechtsanwalt

In der Schweiz können seit je her Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, ausgeschafft werden. Nur weil sie den Schweizer Pass nicht besitzen. Mit Annahme der Ausschaffungsinitiative und Verschärfungen im Bürgerrecht hat sich die Situation noch mehr verschlechtert. Rechtsanwalt Babak Fargahi, Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Buket Bicer-Zimmermann, Schwester eines in die Türkei ausgeschafften Secondo, und Ständerat Paul Rechsteiner haben am 24. Mai 2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kosmopolitics über diese Missstände gesprochen. Hier kann das Video angesehen werden.

«Lieber Bürgerin als Schweizerin»

Donnerstag, 16. November 2023

Von Migmar Dolma

 

Erstpublikation: WOZ, 10. November 2023

In Ihrer neuen Kolumne schreibt INES-Vorstandsmitglied, Kolumnistin und Gewerkschafterin Migmar Dolma über den nuancierten Unterschied zwischen "Schweizerin" und "Schweizer Bürgerin". Wo erkennt sie die Differenz zwischen misstrauischen Blicken im Zug und unerwarteten Privilegien im Ausland? Was hat dies mit der vollwertigen demokratischen Teilhabe und unser Bürgerrecht zu tun? Ein eindringlicher Appell, das Bürgerrecht zu demokratisieren, um eine inklusivere Schweiz zu schaffen.

ÖFFENTLICHER APPELL: WIRTSCHAFTLICHE NOT IN ZEITEN DER CORONA-KRISE DARF AUFENTHALTSSTATUS UND EINBÜRGERUNGEN NICHT GEFÄHRDEN – SEIEN WIR AUCH HIER SOLIDARISCH!

Freitag, 1. Mai 2020

Von INES Institut Neue Schweiz

 

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Krise. Viele Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, werden auf Sozialhilfe angewiesen sein und müssen Schulden aufnehmen, auch in der Schweiz. Das hat massive finanzielle und soziale Auswirkungen, aber auch – was viele nicht wissen – rechtliche Folgen. Bei Entscheiden zum Aufenthaltsstatus und zur Einbürgerung spielt das Kriterium ›wirtschaftliche Integration‹ eine massgebliche Rolle. Die Corona-Pandemie ist auch deswegen für viele eine existenzielle Bedrohung. Dies betrifft potenziell ein Viertel der Wohnbevölkerung, die kein Schweizer Bürgerrecht haben, aber das Land tagtäglich mittragen und mitgestalten.

Rahmengesetz zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung

Freitag, 30. Juni 2023

Von Tarek Naguib

 

Quelle: Aktion Vierviertel

Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, braucht es laut INES eine verfassungsrechtliche Regelung, welche ein Gesetz zur Bekämpfung von Diskriminierung und Förderung der Gleichstellung verlangt. In diesem Sinne entwickelte INES-Co-Geschäftsleiter und Jurist Tarek Naguib eine Vorlage für ein Rahmengesetz zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung.

Vorschau: Eine Neue Schweiz!

Dienstag, 2. März 2021

Von Institut Neue Schweiz

 

Die Neue Schweiz ist längst da – voller Migration, Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeit! Sie muss nur sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Das HANDBUCH NEUE SCHWEIZ, das voraussichtlich im Herbst 2021 erscheint, bietet eine Standortbestimmung zu laufenden postmigrantischen, rassismuskritischen und intersektionalen Debatten und Visionen und vereint visionäre Essays, biografische Stories und literarische Texte mit einer Vielfalt von künstlerischen Bildbeiträgen. Ein Glossar und Random Facts versammeln praktische Werkzeuge für alltägliche und fachliche Gespräche und Debatten.

INES